Warum scheitern Verleihplattformen? – Was wir aus eingestellten Projekten lernen können
In den letzten Jahren haben mehrere Plattformen, die das Teilen und Verleihen von Gegenständen ermöglichen sollten, ihren Betrieb eingestellt. Thangs, WhyOwnIt, Fairleihen.de und Frents.com sind nur einige Beispiele dafür, wie schwierig es ist, eine nachhaltige Lösung für die Sharing Economy zu entwickeln.
Warum sind diese Projekte gescheitert? Und was macht BORO anders? Wir haben uns die Hintergründe angesehen und zeigen auf, welche Lehren wir daraus gezogen haben.
Was wir mit BORO anders machen
Bevor wir auf die eingestellten Plattformen eingehen, lohnt es sich, den Ansatz von BORO zu verstehen. Mit BORO setzen wir bewusst auf ein privates Netzwerk statt auf eine offene Community. Das bedeutet:
- Du entscheidest selbst, wer deine Artikel sehen kann – nur Freunde oder Freunde von Freunden.
- Das Teilen findet in einem vertrauten Umfeld statt, in dem bereits eine Verbindung zwischen den Nutzer:innen besteht.
- BORO ist als Web-App verfügbar und funktioniert auf allen Geräten – ohne Installation und ohne Bindung an ein bestimmtes Betriebssystem.
Dieser Ansatz unterscheidet sich fundamental von vielen der eingestellten Plattformen. Schauen wir uns an, woran diese gescheitert sind.
Frents.com – Das Problem war nicht groß genug
Frents.com war eine der frühen Verleihplattformen in Deutschland. Gegründet 2007, hatte die Plattform nach eigenen Angaben über 20.000 Mitglieder und rund 50.000 eingestellte Gegenstände. Trotz dieser beeindruckenden Zahlen und der Unterstützung durch Business Angels wurde der Dienst nach zehn Jahren eingestellt.
Das Team von Frents.com gab als Hauptgrund an: Das Problem, das sie lösen wollten, war in ihrem Umfeld nicht groß genug. Nach einem Jahrzehnt des Betriebs stellten sie fest, dass die Nachfrage nach einer solchen Lösung nicht ausreichte, um den Service langfristig aufrechtzuerhalten.
Was können wir daraus lernen? Eine große Nutzerbasis allein reicht nicht aus, wenn das grundlegende Bedürfnis nicht stark genug ausgeprägt ist. Bei BORO setzen wir daher auf einen anderen Ansatz: Statt eine große, anonyme Community aufzubauen, fokussieren wir uns auf kleine, vertraute Netzwerke, in denen das Teilen ohnehin schon stattfindet – nur bisher ohne digitale Unterstützung.
Fairleihen.de – Zehn Jahre Betrieb, dann das Aus
Fairleihen.de wurde von der Berliner Weltrettungsgesellschaft mbH betrieben und war von 2012 bis 2022 aktiv. Die Plattform ermöglichte das Verleihen nützlicher Dinge in der Nachbarschaft und hatte eine engagierte Community.
Obwohl die genauen Gründe für die Einstellung nicht öffentlich dokumentiert sind, deutet die Schließung nach zehn Jahren auf klassische Herausforderungen hin: Betriebskosten, die nicht durch Einnahmen gedeckt werden konnten, oder eine schwindende Nutzeraktivität, die den Betrieb nicht mehr rechtfertigte.
Viele Verleihplattformen kämpfen mit der Frage der Monetarisierung: Sollen Nutzer:innen für das Verleihen bezahlen? Werden Provisionen erhoben? Oder wird die Plattform durch Werbung finanziert? Bei BORO haben wir uns bewusst dagegen entschieden, ein komplexes Geschäftsmodell zu entwickeln. BORO ist ein Hobby-Projekt, das aus der Idee entstanden ist, das Teilen im Freundeskreis zu vereinfachen – ohne den Druck, profitabel sein zu müssen.
Thangs – Mangelndes Nutzerengagement
Thangs war eine Plattform, die sich auf den Austausch von 3D-Modellen und Designs konzentrierte. Obwohl die Website teilweise noch zugänglich ist, wurde der aktive Betrieb eingestellt. Die genauen Gründe sind nicht öffentlich dokumentiert, aber es deutet vieles darauf hin, dass mangelndes Nutzerengagement und finanzielle Schwierigkeiten eine Rolle spielten.
Das Problem vieler Sharing-Plattformen: Sie müssen eine kritische Masse an aktiven Nutzer:innen erreichen, um attraktiv zu bleiben. Wenn zu wenige Menschen regelmäßig die Plattform nutzen, entsteht ein Teufelskreis: Weniger Angebot führt zu weniger Nachfrage, was wiederum zu weniger Angebot führt.
Bei BORO lösen wir dieses Problem anders: Indem wir auf private Netzwerke setzen, in denen Menschen sich bereits kennen, entsteht automatisch ein höheres Engagement. Du verleihst nicht an Fremde, sondern an Menschen, zu denen bereits eine Beziehung besteht. Das macht das Teilen natürlicher und nachhaltiger.
WhyOwnIt – Rentabilität und Investoren
WhyOwnIt war eine weitere Plattform, die das Teilen und Verleihen von Gegenständen ermöglichen sollte. Die genauen Umstände der Einstellung sind nicht vollständig dokumentiert, aber es wird vermutet, dass mangelnde Rentabilität und Schwierigkeiten bei der Investorensuche zur Schließung führten.
Viele Sharing-Plattformen stehen vor dem Dilemma: Um zu wachsen, brauchen sie Investitionen. Um Investitionen zu erhalten, müssen sie Wachstum zeigen. Wenn das Wachstum ausbleibt, wird es schwierig, den Betrieb aufrechtzuerhalten.
BORO verfolgt hier einen anderen Weg: Als Hobby-Projekt ohne externe Investoren können wir uns auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist – eine einfache, funktionierende Lösung für das Teilen im privaten Umfeld. Ohne den Druck, schnell wachsen zu müssen, können wir langsam und nachhaltig entwickeln.
Gemeinsame Herausforderungen – und wie BORO sie angeht
Aus den Erfahrungen dieser eingestellten Plattformen lassen sich einige gemeinsame Herausforderungen identifizieren:
1. Vertrauen zwischen Fremden
Viele Plattformen setzten auf offene Communities, in denen Menschen Dinge an Fremde verleihen. Das erfordert ein hohes Maß an Vertrauen und kann potenzielle Nutzer:innen abschrecken.
Bei BORO: Wir setzen auf private Netzwerke, in denen sich die Menschen bereits kennen. Das Vertrauen ist bereits vorhanden – BORO macht nur die Organisation einfacher.
2. Monetarisierung
Die Frage, wie eine Verleihplattform Geld verdienen soll, ist schwierig zu beantworten. Provisionen können Nutzer:innen abschrecken, Werbung kann die Nutzererfahrung beeinträchtigen.
Bei BORO: Als Hobby-Projekt müssen wir nicht profitabel sein. BORO ist kostenlos und wird es auch bleiben – ohne versteckte Kosten oder komplexe Geschäftsmodelle.
3. Kritische Masse
Viele Plattformen scheitern daran, dass sie nicht genug aktive Nutzer:innen gewinnen können, um attraktiv zu bleiben.
Bei BORO: Indem wir auf kleine, private Netzwerke setzen, ist die kritische Masse viel kleiner. Schon ein kleiner Freundeskreis kann BORO erfolgreich nutzen – ohne darauf angewiesen zu sein, dass Tausende von Menschen die Plattform nutzen.
4. Komplexität
Manche Plattformen versuchen, zu viele Funktionen anzubieten, was die Nutzung kompliziert macht.
Bei BORO: Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche – Verleihen, Verschenken, Suchen. Die BORO Web-App ist bewusst einfach gehalten, damit sich auch Menschen zurechtfinden, die nicht jeden Tag neue Apps ausprobieren.
Was BORO im Kern ausmacht
Aus den Erfahrungen der eingestellten Plattformen haben wir wichtige Lehren gezogen. BORO unterscheidet sich in mehreren Punkten:
- Privates Netzwerk statt offene Community: Du entscheidest, wer deine Artikel sieht – nur Menschen, die du kennst oder denen du vertraust.
- Kein Druck zur Monetarisierung: Als Hobby-Projekt können wir uns auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist – eine funktionierende Lösung.
- Einfachheit vor Komplexität: BORO bietet genau die Funktionen, die du brauchst, ohne Überladung.
- Plattformunabhängigkeit: Die Web-App funktioniert auf allen Geräten, ohne Installation und ohne Bindung an ein Betriebssystem.
Fazit: Warum BORO anders ist
Die eingestellten Plattformen zeigen, wie schwierig es ist, eine nachhaltige Verleihplattform zu entwickeln. Viele scheitern an den Herausforderungen der Monetarisierung, an mangelndem Vertrauen zwischen Fremden oder daran, dass das Problem in ihrem Umfeld nicht groß genug war.
BORO verfolgt einen anderen Ansatz: Statt eine große, offene Community aufzubauen, setzen wir auf private Netzwerke von Menschen, die sich bereits kennen. Statt komplexer Geschäftsmodelle setzen wir auf Einfachheit und Klarheit. Und statt schnell wachsen zu müssen, können wir uns darauf konzentrieren, eine nachhaltige, funktionierende Lösung zu entwickeln.
Wenn du BORO ausprobieren möchtest, kannst du die Web-App einfach im Browser öffnen – kostenlos, ohne Installation und ohne versteckte Kosten. Probiere es aus und erlebe, wie das Teilen im privaten Netzwerk funktionieren kann.